Vorderansicht Oberlaubenstallein erster Arbeitseinsatzdie Gründungsversammlung  
 

Auf dem Wirtschaftshof des Pfarrhauses gleich neben der Kirche steht ein Oberlaubenstall, wie sie im 17. Jahrhundert entstanden und im 18/19. Jahrhundert weite Verbreitung im Fläming fanden. Die Oberlaube diente als treppensparender Verbindungsgang zwischen einzelnen Räumen des Obergeschosses sowie als Regenschutz für die darunter liegenden Stallzugänge. Auch die ursprüngliche Verwendung zum Trocknen von Mais, Tabak oder Zwiebeln kann angenommen werden. Der Oberlaubenstall ist weitgehend im originalen Zustand erhalten. Ein Stalltor bewegt sich noch an alten Wendesäulen anstelle von Angeln und Scharnieren.

Erzählt wird:

Als einmal zwischen 1806 und 1813 Franzosen im Dorf einquartiert waren, schlich sich der Knecht Johann in das Lager und entführte die beschlagnahmten Pferde und führte sie die Treppe zur Oberlaube hinauf.  Auf dem Heuboden angekommen, wieherten die Pferde und verrieten das Versteck. Wütend holten die Franzosen sie wieder herunter. Doch der Knecht gab nicht auf und umwickelte mit dicken Lappen die  Mäuler der Pferde und deren Hufe und verschwand fast geräuschlos mit ihnen in der nächtlichen Finsternis.

(Anmerkung d.R.: Die Jahreszahl steht im Widerspruch zu anderen Angaben über das Alter des Stalles.)